The Boomtown Rats - Biographie (2/5)     » Bildergalerie
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1976. Die Rats hatten mittlerweile den Status der größten neuen Band in Dublin erreicht. Natürlich musste jetzt etwas nachgeschoben werden. Man plante eine Tour durch alle Großstädte in Irland. Es wurde ein voller Erfolg. "Der Auftakt war ein Gig bei Moran`s, Dublins erster Rock-Adresse, und brachte uns einen ersten Auftritt im Fernsehen ein, den ersten in der Geschichte irischer Popmusik".
Eine Tour durch Holland und das Ringen um einen Plattenvertrag sollten folgen. Dann bot Virgin den Rats eine Million Pfund an.

Doch nicht nur Virgin sondern auch das neugegründete Label Ensign hatten Interesse an den Rats. Die Angebote waren gut und Fachtna O'Kelly, der neue Manager und Freund der Rats, spielte beide gegeneinander aus. Er ass zu Mittag mit dem einen und nahm das Dinner mit dem anderen. Man entschied sich letztendlich für Ensign. Die Rats zogen also nach England, um dort ihr erstes Album aufzunehmen.



Die erste Single sollte "Lookin' After Number One" werden. Wie die anderen Songs auf der ersten Platte "The Boomtown Rats" schrieb Geldof ihn noch in Irland. Die meisten Songs handelten von Bekannten oder von Dublin. Klar war, dass die Rats sich nun eine Gefolgschaft suchen und so in der neuen Heimat ein paar Gigs geben mussten. Wir schreiben das Jahr '77. Mit den Pistols, den Damned und Elvis Costello konnte es die Jungs nicht aufnehmen. Darum entschloss man sich London weiträumig zu umgehen und es über die Dörfer zu versuchen. "Lookin' After Number One" stieg alsbald in die Charts ein, die Platte stieg auf die 11. Phil Lynott lud die Rats als Vorgruppe zu einem Thin-Lizzy-Konzert ein, sie traten in diversen Fernsehshows auf. Die Rats waren selig. Später im Jahr veröffentlichten sie die Single "Mary Of The 4th Form" und diese schaffte es auf Nr.14.

Nach diesem erfolgreichen Jahr spannten die Rats ein wenig in Irland aus und mit Beginn des Jahres 1978 kehrten sie zurück nach England. Bob wollte einen totsicheren Hit schreiben, das Resultat war "She's So Modern" und schaffte es bis auf Platz 12.
"Unsere Band war mittlerweile, mit dem dritten Hit, die erste reine Popand der neuen Ära, hauptsächlich weil BBC so scharf auf uns war. Sie waren sich der Kraft und Dynamik der Punkbewegung nur allzu bewußt, sahen aber keine Möglichkeit, sie einzubinden, da viele der Inhalte eindeutig anti-sozial und anti-establishment waren. […]

Für sie verkörperten Bands wie die Rats Geist und Sentiment der neuen Zeit und hatten darüber hinaus den Vorzug, melodische Songs zu schreiben und zu spielen, die anständige Hooklines hatten, wie die althergebrachten Popsongs der Sechziger. Dieses bequeme Bild passte genausowenig auf uns wie die säuberliche Schublade, die uns die zunehmend übelgesinnte Presse verächtlich zuwies."
Die Rats lebten zu dieser Zeit in einem Zwiespalt. Sie waren auf der einen Seite eine neue Band, die sich mit ihrer Musik durchsetzten wollte, andereseits verachteten sie das System, waren aber bereit, es sich nutzbar zu machen.

Die Presse spielte wohl in diesen Tagen eine wichtige Rolle. Eine neue Band, deren Frontmann rhetorisch was drauf hat, ist gut für die Auflage und interessant. Es hält die Gesprächigkeit an, steigert sie sich sogar proportional zum Erfolg.
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