Die Menschheit von A bis Z

Die Menschheit von A bis Z Mit Unterstützung der britischen BBC startet der Musiker Bob Geldof ein Online-Lexikon, das jede heute auf der Erde existierende menschliche Gesellschaft erfassen soll.
Von Arne Lieb


Bob Geldof will die „Menschheit von A bis Z“ dokumentieren. Das gaben Geldof und der britische Sender BBC am Dienstag beim Fernseh-Fachmarkt Mip TV in Cannes bekannt. Der Sender teilte mit, dieses „beispiellose“ Projekt würde die größte je gemachte Sammlung von Filmen, Photographien, Geschichte, Philosophien, Theologien, Ökonomien, Sprachen und Kunst.

Das "Dictionary of Man" betitelte Online-Lexikon soll unbegrenzten Speicherplatz für Inhalte in jeder möglichen Form bereitstellen. Die Oxford-Universität und National Geographic seien schon als Partner gewonnen worden, andere Museen und Archive sollen folgen.

Aber auch die Benutzer der Website sollen Material hinzufügen können. Außerdem soll es mit dem Lexikon möglich sein, die Spuren der eigenen Familie und Gesellschaft über Jahrhunderte zu verfolgen. Zum Budget sagte Geldof nur, es sei „fucking huge“.

"Alle Geräusche, Stimmen und Scherze aufzeichnen"

Die Idee sei Geldof, der als Sänger der Gruppe Boomtown Rats und als Organisator der Wohltätigkeitskonzerte Live Aid (1985) und zuletzt Live 8 (2005) bekannt wurde, schon vor zwanzig Jahren gekommen, als er bei einer Afrika-Reise erfahren habe, dass durch die Hungersnot in Niger in zwei Jahren mehr als 300 Sprachen ausgestorben seien.

Seither hätte er den Wunsch gehegt, „all diese Geräusche, Stimmen und Scherze aufzuzeichnen, damit sie nie wieder verschwinden.“ Ein solches Archiv sei aber auch nötig, weil durch die Globalisierung die Kulturen immer weiter vereinheitlich würden.

Die BBC begleitet das Projekt mit der 2010 fertiggestellten Dokumentations-Reihe The Human Planet, für die angeblich Filmaufnahmen von 900 ethnischen Gruppen auf der ganzen Welt gemacht werden sollen.

Die Serie soll über die kommerzielle Sender-Tochter BBC worldwide international vermarktet werden. Der Sender hofft, an den kommerziellen Erfolg der Natur-Dokumentationen Blue Planet und Planet Earth anschließen zu können.

(SZ vom 19.04.2007)

( 2007-04-19 - Quelle: www.sueddeutsche.de )
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