Live Earth: Gore goes Geldof

Live Earth: Gore goes Geldof 1985 war es, als Bob Geldof die Musiker dieser Welt erstmals zusammen rief, um unter dem Namen ‘Live Aid‘ parallel zwei Konzerte stattfinden zu lassen, in London und in Philadelphia. Sinn und Zweck war es, Gelder zu sammeln gegen die Hungersnot in Äthiopien. In diesem Jahr gibt es nach ‘Live 8‘ (2005) nun die dritte Neuauflage des Mega- Events. Schirmherr ist Al Gore, Vorreiter der Umweltschutz- Bewegung in den USA.

Der ehemalige Vizepräsident unter Bill Clinton scheint sich mehr und mehr zur Galionsfigur der US-amerikanischen Umweltbewegung zu mausern. Der erste große Schritt Al Gores hierbei war die Produktion des Dokumentarfilms „Eine unbequeme Wahrheit“ (An Inconvenient Truth). Dieser zeigt Mitschnitte einer multimedialen Präsentation über die globale Erderwärmung, mit der Gore zuvor kreuz und quer durch die USA zog. Der Film ist mittlerweile in den USA mit eingespielten 24 Millionen US $ der dritterfolgreichste Dokumentarfilm aller Zeiten. Wer sich im Februar dieses Jahres die Nacht um die Ohren schlug, um die Oscarverleihung zu verfolgen, konnte nicht nur miterleben, wie der Film zwei der begehrten Statuen erhielt, sondern auch, wie viele der an dem Abend preisgekrönten Hollywoodgrößen ihre knapp bemessene Redezeit dazu nutzten, den anwesenden Al Gore mit Dank und Lob für sein Umweltengagement zu überhäufen. Das liberale Establishment hat ihn eh nie vergessen, gerade weil er im Jahr 2000 im Präsidentschaftswahlkampf gegen George W. Bush unterlag, obwohl er die Mehrheit der abgegebenen Stimmen unter sich vereinigt hatte. Das komplizierte amerikanische Wahlsystem machte es möglich.

A Concert For A Climate In Crisis

Nun folgt also der nächste große Schritt. Zusammen mit Kevin Wall, dem Producer von ‘Live 8′, der zweiten Auflage des Live Aid Konzertes im Jahr 2005, hat Gore die Kampagne „SOS – Save Our Selves – The Movement For A Climate In Crisis“ ins Leben gerufen. Am 7.7.2007 soll dann jenes Konzert namens Live Earth stattfinden, das Live Aid wohl in den Schatten stellen wird und neben vielen Spenden vor allem die für jede Bewegung kostbaren Währungen „attention“ (Aufmerksamkeit) und „awareness“ (Bewußtheit) eintreiben soll. Und der Plan klingt, als ob zumindest letzteres gewährleistet sein sollte: Sieben Konzerte sollen stattfinden, auf allen sieben Kontinenten eines, das ganze, dank der Zeitverschiebung, 24 stunden lang, mit einer Millionen Menschen vor den Konzertbühnen und zwei Milliarden Menschen vor dem Fernseher, dem Radio und dem Internet.

Um dieses Interesse zu garantieren, werden, wie schon seinerzeit beim Live Aid Konzert, große Namen die Bühnen bevölkern: In einer ersten Bekanntgabe wurden u.a. Musiker wie die Beastie Boys, Madonna, Red Hot Chili Peppers oder auch The Police angekündigt, weitere werden folgen. Noch unklar scheint die eine oder andere Örtlichkeit zu sein: Neben New York/USA, London/Großbritannien, Rio de Janeiro/Brasilien, Johannesburg/Südafrika, Sydney/Australien und Tokio/Japan wurde ursprünglich auch die Antarktis als Veranstaltungsort angekündigt, mittlerweile ist jedoch Shanghai/China hinzugekommen, so dass zu vermuten ist, dass dieser abenteuerliche Plan wieder fallen gelassen wurde. MSN ist als erster Sponsor eingestiegen und wird exklusiv sämtliche Konzerte ins Internet streamen, die Adresse liveearth.msn.com ist bereits besuchbar.

Welchen Erfolg in Sachen Kampf gegen den Klimawandel dieses megalomanische Happening haben wird, wird sich erst noch herausstellen müssen. Klar ist jetzt schon, dass dies nur glücken kann, wenn es den Veranstaltern - frei nach dem Motto „Global denken, lokal handeln“ - gelingt, das aufregende Ereignis am Fernsehschirm und auf dem Computermonitor so zu übersetzen, dass der Zuschauer den Anstoß erfährt, vor Ort für faktische Veränderung einzustehen. Inwieweit ein mediales ‚Event’ wie dieses dazu beitragen kann, harrt der Überprüfung.

Bob Geldorf wurde jedenfalls aufgrund seines Engagements von der Queen zum Ritter geschlagen, auch wenn er den „Sir“ aufgrund seiner irischen Wurzeln nicht tragen darf. Ob Al Gore die gleichen Ehren erlangen wird, darf bezweifelt werden – doch auf der Liste der 180 dieses Jahr für den Friedensnobelpreis vorgeschlagenen Personen steht er schon. Auch schön.

( 2007-04-18 - Quelle: www.readers-edition.de )
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