Geldof rügt fehlende Hilfe für Afrika

Geldof rügt fehlende Hilfe für Afrika London - Die vor einem Jahr in Gleneagles ausgehandelten Versprechen zur Armutsbekämpfung in Afrika werden von den führenden Wirtschaftsnationen der Welt nur „schmerzlich langsam, bestenfalls mit halber Kraft“ umgesetzt. Dies ist das Resümee des am Donnerstag vom Initiator der „Live 8“-Kampagne, Bob Geldof, in London vorgelegten Fortschrittsberichts.

Der Bericht kritisiert auch einzelne Länder für ein Zurückrudern bei der Afrikahilfe. Deutschland wird mit Italien, Japan und Kanada wegen zu niedriger Beiträge zur Aidshilfe gerügt. Solle das Ziel von Gleneagles eines fast universalen Zugangs zu Aidsmedikamenten bis 2010 erreicht werden, müssten sich die Beiträge für die Aidshilfe verdoppeln, heißt es in dem von Geldofs Organisation Data (Debt, Aids, Trade, Africa) zusammengestellten Bericht, der nun jährlich die Fortschritte der Afrikahilfe messen will. Insgesamt müsse Deutschland seine Afrikahilfe 2006 um 660 Millionen Dollar erhöhen, um den Anschluss wiederherzustellen. Für Großbritannien liegt diese Zahl bei 778 Millionen und für Frankreich bei 269 Millionen Dollar. Frankreich wird insgesamt das beste Zeugnis bei der Entwicklungs- und Aidshilfe ausgestellt. Doch bleibe das Land das größte Hindernis für einen erfolgreichen Abschluss der Doha-Runde.

In Gleneagles hatten sich die Industrienationen darauf verpflichtet, afrikanischen Ländern den Zugang zu den Weltmärkten zu öffnen, aber das Tempo der Liberalisierung dabei einzelnen Ländern zu überlassen. Weitere Gleneagles-Beschlüsse betreffen den Schuldenerlass für die 38 ärmsten Länder und einen jährlicher Mindestbeitrag für Entwicklungshilfe von 50 Milliarden Dollar. Data wirft den G-8-Ländern nun vor, Geld für den Schuldenerlass von der Entwicklungshilfe abzuziehen und Gelder doppelt zu verbuchen. Matthias Thibaut

( 2006-07-03 - Quelle: www.tagesspiegel.de )
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