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Bob Geldof - Sex, Age & Death von dry
Bob Geldof - Sex, Age & Death von Thorsten Mende
Bob Geldof - Sex, Age & Death von Schallplattenmann
Bob Geldof - Sex, Age & Death von Andy
Bob Geldof - The Happy Club von The Invisible Man



Bob Geldof - Sex, Age & Death, Eagle Records, 2001


Bob Geldof hat den "Happy Club" verlassen. Eine Dekade liegt die Veröffentlichung des gleichnamigen Longplayers von Sir Bob, einst Kopf der Boomtown Rats, Initiator von Live Aid, Pink in der Verfilmung von "The Wall", zurück (ein maues ,Best Of' unberücksichtigt). Viel ist seit dem passiert, aber wenig, was ihn hätte glücklich machen können. [...]

Geldof stand mehr als einmal vor dem finanziellen Ruin. Er versuchte sich als TV-Produzent und Moderator einer Frühstückssendung. Beides mit mäßigem Erfolg. Seine Frau, Paula Yates, brannte mit Micheal Hutchence von INXS durch. Es folgte endlos Streit. Dann nahm sich Hutchence das Leben. Wenig später starb Yates an einer Überdosis Drogen. Das gemeinsame Kind der beiden - Tiger Lily - wächst heute bei Geldof auf. [...]

Das Album ist keine leichte Kost. Es klingt ganz und gar nicht nach dem irischen Folk-Rock von "Vegetarians" oder "Happy Club" (obwohl fast mit identischer Besetzung eingespielt). Am ehesten noch nach "Deep In The Heart". Und tief ins Herz führen die Texte. Geldof verarbeitet ungeschminkt die Ereignisse der letzen Jahre und führt uns ins Innere seiner Mauern. [...]

In "Inside Your Head" wird direkt Hutchence adressiert "Why put a noose around your neck / What the fuck's going on inside your head". Andere Song-Titel: "$ 6.000.000 Loser", "Scream In Vain"... Denkt man an Geldofs Schmerz, der erahnbar wird, kommt einem ein alter Song von ihm in den Sinn "August was heavy month / Wash it away September rain".

"Sex, Age & Death" ist vielschichtig und interessant, hat aber wenig Hitpotenzial. Trotzdem ist es gut. Geldof geht mit dem Album auch wieder auf Tour. Die Konzerte zu "Happy Club" und "Vegetarians" waren Partys, dies kann man sich bei den neuen Songs kaum vorstellen. Das Portrait von Geldof auf der letzten Seite des CD-Booklets zeigt einen gebrochen Mann. Vermutlich werden die Konzerte mehr Therapie als Feier sein. Bob Geldof hat den "Happy Club" verlassen. Wir gehen mit ihm aber gerne auch woanders hin, weil er ein rarer, authentischer Charakterkopf ist und bleibt. *****

(mit freundlicher Genehmigung von dry / drylightning.de)

Bob Geldof: Sex, Age & Death
(von: Thorsten Mende - www.pc69.com)


Aufgrund der vernichtenden Kritiken , die diese Scheibe im Vorfeld über sich ergehen lassen mußte, hätte ich mir den Kauf von Sex Age and death wohl mehrmals überlegt, doch hätte ich mir dann, ferngesteuert von anderen Meinungen, eine ausserordentliche Scheibe entgehen lassen. Saint Bob, wie er in England genannt wird, hat nach Live Aid so ziemlich alles an Katastrophen mitgenommen, die ein Mensch ertragen kann. Erst brennt seine Frau mit dem Sänger von INXS durch, der sich mal eben im Drogenrausch an der Türklinke aufhängt. Nach dessen Ableben entschliesst sich diese, von Depressionen gebeutelt, Ihm zu folgen. Und Bob???? Der adoptiert das Kind aus dieser Ehe. Man kann sich vorstellen, nachdem der Erfolg ihm dann auch noch den Rücken zukehrte, dass es es Mr Geldof so richtig toll geht, was sich auch auf diesem Opus zeigt. Eine wirklich finstere musikalische Reise durch den Kosmos der Geldofschen Gefühlswelt.

Alle Stücke von Sex Age and death scheinen introvertierten Gedankenspielen zu Grunde zu liegen, die ihre Stärke aber gerade durch die lyrics erhalten. Es ist mal wieder zuhören angesagt. Musikalisch wird kein Neuland betreten, wenn jedoch zeitgemäße Drumloops nicht fehlen dürfen (Scream in Vain). Manchmal fühlt man sich an alte Peter Gabriel Soloscheiben erinnert, wie dies bei $6 000 000 Loser auffält, was dann aber von der nächsten Nummer (Pale white girls) revidiert wird, und eher einem REM- Song gleicht.

Für mich ist Sex Age and death eine der finstersten Platten seit Pornografitti von the Cure, auch wenn diese aus einem anderen Genre stammen. Who cares! Musik kann so subjektiv sein. Diese Scheibe ist es.

Bob Geldof: Sex, Age & Death
(von: Schallplattenmann.de)


(Pop/Rock -- Rückkehr des Mannes, der Montage nicht mochte, Eagle)

Neues vom anderen Bob. Dieser hier hat bisher noch nicht vor dem Papst gespielt, aber zum Ausgleich ist der Ire Geldof von seiner britischen Königin zum Sir geadelt worden. Längst hat der arg Gebeutelte seine Boomtown Rats ("I Don't Like Mondays"), 'Band Aid', die Hutchinson-Yates-Affäre hinter sich gelassen; was fehlte, war ein neues musikalischen Zeichen. Eines wie in "The Great Song Of Intolerance" oder "A Hole To Fill". Nach zehn Jahren nun also endlich das Comeback-Album. Zeitlos in eigenen und fremden Vergangenheiten schwelgend, ist es richtig gut geworden.

Bob Geldof zeigt sich experimentierfreudig und rebellisch; tiefsinnig und sehr ehrlich. Bei "Inside Your Head" und der Wir-sind-beide-Stars-und-auch-noch-miteinander-verheiratet-Verarbeitungs-Story "One For Me" wird popmusikalisch nacheinander dem Lennon-, dann dem Harrisonismus gehuldigt; beim eher jazzig aufgelegten "Pale White Girls", sowie dem im Beat triphoppelnden "The New Routine" wird verzweifelt nach Liebe Ausschau gehalten, doch es regnet nur Körper. Im schönsten Liebeslied ("10.15"), das dieser Hedonist geschrieben hat, wird er dann doch noch fündig. "Sex, Age & Death" -- ein Klassiker wie seine Themen auch. [gw]

Bob Geldof: Sex, Age & Death
(Andy - rockolymp.de)


Experimentell und düster - die Atmosphäre suggeriert einen Anspruch, den das Album aber nicht erfüllt, denn ohne prickelnde Melodie bleibt es letztlich lediglich interessant.

Die Fans der mitreißenden Scheiben the happy club und the vegetarians of love seien gewarnt: mit dem melodiösen Rock dieser Scheiben hat sex, age & death nichts am Hut. Es erinnert eher an die überarrangierten U2-Produktionen der 90er.

Dass das Album mit zwei bodenständig ehrlichen Songs endet, die durchaus auf einen der Vorgänger passen würden, erleichtert einen richtig. Allerdings hat auch hier Hook, der Gott der Melodien, nicht so gnädig geschaut wie früher.

Bob Geldof: The Happy Club
(von: The Invisible Man)


Vielleicht ist einigen von euch diese CD schon aufgefallen, daß man sie vor kurzer Zeit praktisch überall als Sonderangebot nachgeschmissen bekam, was ich eigentlich nicht so recht verstehen kann. Es könnte sein, daß man wegen den finanziellen Schwierigkeiten des Sängers (er konnte seine letzte Miete in New York nicht mehr bezahlen) ihn nun fallenläßt (oder aber er versucht, so schnell wie möglich so viel Geld wie möglich reinzubekommen... wer weiß).

Wer glaubt, den Namen Bob Geldof (nicht etwa "GelDORF") schon einmal irgendwo gehört zu haben, der könnte richtig liegen, denn er war es, der 1985 das "Band Aid"- und "Live Aid"-Projekt zugunsten der hungernden Menschen in Afrika auf die Beine stellte. Doch nun zum "Happy Club"-Album: 12 recht peacige Songs sind darauf enthalten, das ganze in der Richtung irischer Folkrock, zum Teil klingen sie nach Bob Dylan (auch die Stimme Geldofs ist ähnlich), z.B. bei "The Roads of Germany", zum Teil wie die hymnenartigen Lieder der Folkbewegung (bei "A hole to fill").

Auch die ganze Aufmachung der CD ist eher hippie-mäßig, die Texte engagiert und teilweise problematisch. An Instrumenten steht die Akustik-Gitarre im Vordergrund, benutzt werden neben Schlagzeug, Bass etc. aber auch zur Verfeinerung Akkordeon, Geige, Mandoline, Ukulele... Viele der Lieder besitzen chorisch besetzte Refrains, manche versinken aber auch ohne klare Linie oder Ohrwurm. Höhepunkte sind sicher das mit Freddie Mercury zum Teil auf französisch geschriebene "Too Late God" und der auf einer simplen Chor-Melodie aufgebaute Song "Room 19", der allerdings stark an "I'm a Believer" von den Monkees erinnert.

Insgesamt kann ich die CD eigentlich nur empfehlen, obwohl sie nicht durchgehend gute Songs bietet. Aber einige gute Stücke zum Mitgehen sind wirklich dabei.

The Invisible Man: (P.G.) * * * * * * * * O O 80% (6/94)


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