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David Gilmore In Concert

Pink-Floyd-Snger und -Gitarrist David Gilmour stellt eindrucksvoll unter Beweis, dass seine Solosongs und auch das Floyd-Material keine atemberaubenden Lichtshows und Special Effects brauchen, um restlos berzeugen zu knnen.

Dargeboten wurden bei stimmungsvollem Licht und sehr transparenten Sound-Bedingungen beeindruckende Versionen von Floyd-Klassikern wie "Shine On You Crazy Diamond", "Wish You Were Here", "Comfortably Numb" und "High Hopes",diverse Gilmour-Solonummern, die Syd-Barrett-Komposition "Terrapin", das Bizet-Stck "Je Crois Entendre Encore" sowie der neue Track "Smile". Die Arrangements berzeugen mit auf das Wesentliche konzentrierten Klang-Straffungen, die smtliche Keyboard-Parts sehr geschickt auf die Akustikinstrumente und Stimmen verteilen und den Songs erdige, harmonische Vibes verleihen.

Bob Geldof, der auch die Rolle des Pink im Film "The Wall" (1982) spielte, sang in diesem Konzert den Titel "Comfortably Numb" (Behaglich Gefhlslos), passend zur Grundstimmung des immer noch aktuellen Filmes.



Out Of Ireland - From A Whisper To A Scream

"Irland, eine kleine Insel an der westlichen Kste Europas, hat es in den letzten Jahrzehnten geschafft, einen beachtlichen Anteil an weltweit erfolgreicher und beliebter Musik zu produzieren. Gemessen an seiner Gre, ist dieser Erfolg absolut berproportional", steht auf der Rckseite der Hlle von "Out Of Ireland - From A Whisper To A Scream". Diese DVD hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Hintergrnde des Phnomens zu erforschen und zu erklren. Ursprnglich im Jahr 2000 als Sechsteiler im irischen Staatssender RTE zu sehen, ist Produzent und Regisseur David Heffernan mit Ausschnitten aus Konzerten, Interviews und Videos sowie der Beteiligung namhafter Musiker eine spannende zweieinhalbstndige Dokumentation gelungen.

In Irland aufzuwachsen war bis in die 60er Jahre hinein eine recht trostlose Angelegenheit, lautet die erste Erkenntnis. Von katholisch-konservativen Werten geprgt, existierte keine eigenstndige Jugendkultur, wie sie sich etwa in England oder den USA entwickelte. Musikalisch gesehen gab es traditionelle Tnze und so genannte Showbands, die in James Last-Manier mit Coverversionen durch die Gegend tingelten und das Publikum mit Comedy-Einlagen bei Laune hielten. Zwar spielten sie auch Elvis, Beatles oder Rolling Stones, ihren Interpretationen fehlte allerdings auch nur der Anflug der ursprnglichen Subversion. "They were crap", meint Bob Geldof dazu, "Showbands were the enemy", gibt dagegen Bono zu Protokoll.

Gerade mit dem ersten Konzert der Beatles in Dublin 1963 entsteht in der irischen Hauptstadt so etwas wie eine Rock'n'Roll-Bewegung. 1965 schaffen es Bluesville mit "You Turn Me On" in die Top Ten der US-Singlecharts, es sind jedoch Van Morrisons Them, die mit "Babe Please Don't Go" den ersten, noch heute bekannten irischen Hit landen. Laute E-Gitarren sind das Gebot der Stunde, und so kommen die ersten international bekannten Acts von der Insel vor allem aus der Rock-Ecke: Rory Gallagher, Skid Row und spter Thin Lizzy. Parallel entsteht eine Bewegung, die Rock mit traditionellem Liedgut und irischen Instrumenten verbindet. Ihre wichtigsten Vertreter sind Chieftains, Horslips, Dubliners, Christy Moore mit Planxty und auch Van Morrison mit seinem Album "Astral Weeks".

Dem Grnderboom Ende der 60er folgt eine musikalisch arme Zeit, weil die groen Namen hauptschlich im Ausland ttig sind und kaum einen Beitrag zur lokalen Szene leisten. Erst gegen Ende der 70er kommt wieder Stimmung auf, als Bob Geldof von Kanada nach Irland zurckkehrt, um die Lage aufzumischen, wie er behauptet. Der Aggressivitt seiner Texte und seinem selbstbewussten Auftreten, vor allem aber dem Punk ist es zu verdanken, dass sich in Dublin neue Ideen entwickeln. Undertones, Lypton Village, Stiff Little Fingers oder Virgin Prunes brechen nicht nur mit den Konventionen, sondern bilden auch den Kern fr Irlands erfolgreichste Band: U2.

Die erste Hlfte der 80er steht im Zeichen Geldofs und Bonos, die zu Weltstars avancieren. Whrend Bono mit "War" und "Boy" den nordirischen Konflikt verarbeitet, organisiert Geldof erst das All Stars-Weihnachtslied "Do They Know It's Christmas", dann das Benefizkonzert  Live Aid, das 1985 ber die Bhne geht und als wichtigste musikalische Veranstaltung des Jahrzehnts gilt. Musik aus Irland steht pltzlich im Rampenlicht, zieht die Aufmerksamkeit der britischen Labels auf sich, und so kommen gleich mehrere Bands in den Genuss der Charts. Unter ihnen die Folk-Punker Pogues, zum ersten Mal aber auch Frauen wie Sinad O'Connor oder Maire Brennan, die mit Clannad den spter von Enya aufgegriffenen "keltischen Sound" prgt.

Whrend U2 zu intergalaktischen Erfolgen aufbrechen, wchst parallel die internationale Aufmerksamkeit fr irische Singer/Songwriter. Neben Christy Moore, dem Vater aller Fugngerzonenmusiker, sind es vor allem Paul Brady, Jimmy McCarthy, Mary Black oder Chris De Burgh, die auch auerhalb Irlands auf Anklang stoen. Weniger Interesse besteht dagegen fr eher poppige Bands wie A House oder Hothouse Flowers, die genauso wie My Bloody Valentine kurz vor dem Durchbruch stehen, den letzen Sprung aber nicht schaffen. Dafr kommen die neuen Gruppen nicht mehr ausschlielich aus Dublin, sondern von der ganzen Insel. Die groen Stars in der ersten Hlfte der 90er Jahre sind Cranberries aus Limerick und Therapy? aus Belfast.

Irische Popmusik entwickelt sich erst Ende des Jahrzehnts zum Exportschlager. Whrend Ash oder Divine Comedy die Fahne der Rocks unter Jugendlichen hoch halten, heit das neue Phnomen Boyzone. In ihrer Spur folgen Westlife und auch Corrs, ein Familienunternehmen, das zwar mit Castings oder Konservenmusik nichts zu tun hat, dennoch vom gesteigerten Interesse fr eher seichte Musik profitiert. Show und Aussehen rcken nun in den Mittelpunkt, und so endet der Rckblick mit "Riverdance", der Tanzshow Michael Flatleys, die als Hhepunkt der musikalischen Entwicklung dargestellt wird. Eine fragwrdige Einschtzung, die nur dadurch verstndlich ist, dass diese Dokumentation im Jahr 2000 entstand, als die Veranstaltung tatschlich unglaubliche Erfolg feierte. "Not Really Rock'n'Roll, is it?", quittiert The Edge diesen Abschnitt mit einem verschmitzten Lcheln.

Der Abschluss stellt einen der wenigen schwachen Stellen der DVD dar. Mehr Ankerpunkte wie Datumsangaben oder Geburtsorte htten auch nicht geschadet; da der Film hauptschlich fr ein irisches Publikum konzipiert war, wurden solche Hintergrundinformationen wohl fr berflssig gehalten. Schade auch, dass Gary Moore oder Therapy? nur in Nebenstzen vorkommen, whrend sich Bob Geldof viel zu ausgiebig zum Besten geben darf, und selbst der unertrgliche Chris De Burgh kurz zu sehen ist. Es gibt jedoch viele Hhepunkte, die diese kleinen Macken mehr als wett machen: Ein Auftritt Rory Gallaghers im Rockpalast etwa, Phil Lynotts Video zu "Old Town" kurz vor seinem Tod, ein noch bezahnter Shane MacGowanin "Fairytale Of Newyork", dazu interessante Bemerkungen von Van Morrison, Bono, The Edge, Sinead O'Connor, der gesamten Corr-Familie und zahlreichen anderen.

"Out Of Ireland" ist eine gelungene Dokumentation, die auch beim zweiten oder dritten Mal noch interessant wirkt, zudem ein interessantes Gesellschaftsbild zeichnet und sich dadurch nicht nur fr Freunde von Irland und seiner Musik eignet.

Quelle: www.laut.de

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